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Freiwillige Feuerwehr
Lieser

Im 19. Jahrhundert bestand in Lieser eine
Pflichtfeuerwehr. Erst am 18. Juli 1920 wurde diese zu einer
Freiwilligen Feuerwehr umgebildet. Es meldeten sich gleich 45 Männer.
Schon kurze Zeit Später war die Zahl der Lieserer Wehrmänner unter der
Leitung von Heinrich Kreusch und seinem Stellvertreter Konrad Andres auf
65 angestiegen.
An Stelle des 1913 erbauten Spritzenhauses wurde
1922 ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut, das nach 70 Jahren wiederum
durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt wurde.
Als Nachfolger von Michael Mehn und Bernhard Schuh
als Wehrführer übernahmen Franz Lörsch und sein Stellvertreter Stefan
Koch das Amt des Brandmeisters.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Freiwillige
Feuerwehr Lieser neu aufgestellt. Die Leitung übernahm Franz Lörsch bis
zu seinem Tod. Nach ihm wurde Karl Koch mit der Führung der Wehr
beauftragt, Stellvertreter blieb Jakob Mehn.
Seit Bestehen der Wehr wurden immer wieder wichtige
Gerätschaften angeschafft, so 1950 eine Amtsmotorenspritze und 1952 eine
fahrbare mechanische Feuerwehrleiter. 1959 erhielt die Feuerwehreinen
neuen Schlauchwagen und einen geschlossenen TSA. Auf Beschluss der
Gemeindevertretung wurde am 4. Juli 1962 eine Tragkraftspritze TS 8/8
angeschafft. 1974 wurde die Feuerwehr mit einem TSF 8 Ford ausgestattet,
der heute noch in einer anderen Wehr im Einsatz ist.
Nach 22jähriger Amtsführung übergab Karl Koch am 1.
Januar 1976 die Leitung an Peter Pauly-Eberhard. Stellvertreter wurde
Peter Pauly-Mehn.
Getreu dem Motto eines jeden Feuerwehrmannes, „Gott
zu Ehr dem Nächsten zur Wehr“, konnten die gut ausgebildeten Männer der
Lieserer Wehr schon so manches großes Unglück verhindern. Trotzdem
konnte LIeser leider nicht immer von schweren Brandkatastrophen
verschont bleiben.
1860
fielen 40 Häuser, 2 Schulhäuser und die Kirche mit Turm und Dach den
Flammen zum Opfer. Eine kleine Bäckerei unterhalb der Kirche hatte Feuer
gefangen. Die aufsteigenden Funken entzündeten rasch den Kirchturm.
Dieser stürzte nach einiger Zeit mitten in den Ortskern und löste ein
Flammeninferno aus.
1914
wurden durch einen Brand 4 Wohnhäuser vernichtet
1921
zerstör ein Großbrand im Schloss einen Großteil des Westflügels
1931
brannte das Haus Kochan ab
1971
wüteten die Flammen im Haus Stettler
1978
fiel das Anwesen der Walter Klemm den Flammen zum Opfer. Der
Feuerwehrmann Hein Lörsch verlor bei diesem Großfeuer sein Leben. 400
Feuerwehrleute gaben ihm das letzte Geleit. Er ruhe in Frieden.
Seitdem wurde Lieser von größeren Bränden verschon.
Doch ist die Lieserer Wehr immer wieder zur Bekämpfung von kleineren
Bränden, Waldbränden, Technischer Hilfeleistung oder aber auch zur
Nachbarschaftshilfe im Einsatz. Auch wird gerade in einem Moselort wie
Lieser das wichtigste Element der Feuerwehrleute, das Wasser zur
Bedrohung. Bei den schweren Hochwassern der letzten Jahren, besonders
Weihnachten 1993 und 1995, waren die freiwilligen Helfer unermüdlich im
Einsatz um beim Räumen der Wohnungen zu Helfern, die vom Wasser
eingeschlossenen Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen und die
medizinische Versorgung zu gewährleisten. Große Dienste leistete hier
das 1983 angeschaffte RTB 3, ein Rettungsboot mit 25-PS- Außenbordmotor.
Mit den Aufräumungsarbeiten endete der Einsatz der Feuerwehr nach über
10 Tagen. Jedoch dieser Aufgabenbereich der Feuerwehr Lieser würde durch
den Bau des Hochwasserschutzdammes ersetzt. Mittlerweile bleibt der Ort
vom Hochwasser verschont jedoch gehört es nun zu den Aufgaben der
Feuerwehr bei jedem Hochwasser die Spundwände im Dammtor auf- und wieder
ab zubauen.
Bei dem Unwetter am 24. Juni 1992 war die Lieserer
Wehr wieder helfend zur Stelle. Starke Regenfälle verwandelten die
Straßen in einen reißenden Sturzbach. Bis in die Nacht war die Feuerwehr
mit Aufräumarbeiten beschäftigt.
Alle diese Aufgaben haben die Feuerwehrleute zu
einem eingeschworenen Team zusammenwachsen lassen. Bei den 48 aktiven
Feuerwehrleuten unter der Führung von Gerhard Stettler und seinem
Stellvertreter Heinz Genetsch wird Kameradschaft großgeschrieben. Auch
Nachwuchssorgen kennt die Lieserer Feuerwehr nicht. Jedoch ist die
Feuerwehr um jedes Mitglied froh.
Im Juli 1994 wurde die Jugendfeuerwehr Lieser
gegründet, die sich seitdem über regen Zulauf freut. Jugendwart Rudolf
Probst versteht es, schon den jüngste Feuerwehrmännern, und hier auch
Feuerwehrfrauen, den nötigen Teamgeist zu vermitteln und die
Jugendlichen so zu motivieren, dass sie den Zeitpunkt kaum erwarten
können, in die aktive Wehr übernommen zu werden. Rudolf Probst führte
seinen Dienst gewissenhaft aus, bis zu deinem Tode. Er verunglückte bei
einem tragischen Verkehrsunfall. Gott beschütze ihn und er ruhe in
Frieden. Danach übernahm Markus Botzet mit Unterstützung von Stephan
Kiesgen das Amt des Jugendwartes.
Im Jahre 2002 wurde ein neues TSF-W angeschafft.
Somit war eine effektive Brandbekämpfung für die nächsten Jahre wieder
sicher gestellt. 2003 Übernahm Heinz Genetsch das Amt des Wehrführers
und Michael Zimmer das Amt des Stellvertreters. Seit Juni 2010 übernahm
das Amt des Stellv. Wehrführers Oliver Griebler.
Mögen diese Kameradschaft, Pflichterfüllung,
Opferbereitschaft und technisches Können die Männer und Frauen der
Freiwilligen Feuerwehr Lieser weiterhin auszeichnen und damit jeden
Bewohner bewusst sein lassen, dass ihm in der Stunde der Not ein
getreuer und bewährter Helfer zur Seite steht.
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